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FÜHRERSCHEIN (FAST) WEG?

Falls von einem Kraftfahrer durch dessen Fehlverhalten eine Gefahr für die Verkehrssicherheit ausgeht, kann nach §11 Abs. 3 FeV zur Abklärung behördlicher Eignungszweifel ein MPU - Gutachten verlangt werden. Wer mit 1,6 Promille oder mehr im Straßenverkehr gestoppt wurde, der muss sich einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung unterziehen, es sei denn, er will für immer auf den Führerschein verzichten. Theoretisch kann bereits bei 1,1 Promille und einer vorhandenen Straftat eine Medizinisch-Psychologischen Untersuchung verlangt werden, was bereits immer häufiger in der Realität passiert, weil die Verwaltungsbehörde hier einen Ermessensspielraum hat, den sie bisher eher so genutzt hat, dass sie kein Gutachten fordert. Auch wer mehrmals im Straßenverkehr mit geringeren Mengen Alkohol im Blut gestoppt wurde, muss zu einer solchen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. Darüber hinaus müssen Menschen zu einer derartigen Begutachtung, die mit Drogen aufgefallen sind und als regelmäßige Drogenkonsumenten gelten, oder von Drogen oder Medikamenten abhängig erscheinen. Auch bei mehrfachen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung kann die Führerscheinstelle eine psychologische Untersuchung verlangen. Wer zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung geht, kann sich eine beliebige, zugelassene (von den Landesbehörden anerkannte) Begutachtungsstelle für Fahreignung auswählen, das heißt, er kann in Hamburg, Berlin, München oder anderen Städten zur Begutachtung erscheinen, unabhängig von dem eigenen Wohnort, und er kann sich begutachten lassen, so oft er will, wobei eine unter Umständen vom Gericht verordnete Sperrfrist des Führerscheins zu beachten ist. Die betreffende Person muss die Fahrerlaubnisbehörde unterrichten, welche Stelle mit der Medizinisch- Psychologischen Begutachtung zu beauftragen ist. Der wichtigste Teil bei der Untersuchung ist schließlich das Gespräch mit dem Psychologen. Die Befragung durch den Psychologen bei einer MPU umfasst Eigenschaften, Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die für die Kraftfahrereignung von Bedeutung sind, das heißt, dass es bei Trunkenheitsfahrten in der Regel um weite Teile der eigenen Persönlichkeit geht. Auch wenn Befragungen zur gesamten Persönlichkeit häufig, auch aus wissenschaftlicher und juristischer Perspektive, kritisiert werden, so sind sie doch Realität. Die Kosten für ein Gutachten bei einer Auffälligkeit im Straßenverkehr müssen vom Klienten stets selbst getragen werden. Dazu kommen die Kosten für die regelmäßige Überprüfung des Urins bzw. Haare auf Suchtstoffe bei einer akkreditierten Entnahmestelle in einem davor vertraglich vereinbarten Zeitraum. An dieser Stelle schleichen sich bereits erste Fehler ein, weil sich viele betroffene im Vorfeld keiner Beratungsstelle anvertrauen und dann entweder den falschen Screening - Zeitraum wählen, oder in keinem von der MPU anerkanntem Labor die Analysen abgeben. Hier sei angemerkt, dass zahlreiche Klienten ganz ohne Analysen zur Begutachtung erscheinen, was ebenso problematisch ist. Die Vorlage der Befunde basiert aber auf Freiwilligkeit. Grundsätzlich sollte jeder Laborbefunde erheben lassen (bei Alkohol- & Drogenauffälligkeit) in der Regel mindestens 6 - 12 Monate.